';

News

Auflösung der Männerpolitischen Grundsatzabteilung ist Rückschritt

Von Haupt geschaffen, von Anschober aufgelöst: die Männerpolitische Grundsatzabteilung, Abt. 5 des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Sektion V – Europäische, internationale und sozialpolitische Grundsatzfragen. Die Österreichische Gesellschaft für Mann und Gesundheit kritisiert diesen Schritt und beklagt fehlende Gendergerechtigkeit.

„Es ist ein Rückschritt, ein fataler Fehler, und es setzt das falsche Zeichen für Österreichs Männergesundheit, diese so wichtige Abteilung aufzulösen“, so die erste Reaktion von Prof. Dr. Michael Eisenmenger, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Mann und Gesundheit. Seit fast 20 Jahren arbeitete in dieser Ministeriumsabteilung das Team um Dr. Johannes Berchtold „zum Wohle von Österreichs Männern“ so Eisenmenger. Österreich wurde zu den fortschrittlichsten Ländern Europas gezählt, als 2004 der „1. Männergesundheitsbericht“ publiziert wurde. Die Auflösung der Abteilung mit ihrer geleisteten Pionierarbeit sei ein schwerer Rückschlag, auch in der öffentlichen Wahrnehmung, beklagt Eisenmenger.

„Die Jahrhunderte lange Unterdrückung und Benachteiligung der Frau durch den Mann kann nicht als ein Argument für die Benachteiligung des Mannes im Gesundheitsbereich dienen“, sagt Eisenmenger. Noch immer sterben in Österreich Männer durchschnittlich fünf Jahre früher als Frauen und sind Männer von nicht geschlechtsspezifischen Erkrankungen, wie Herz-Kreislauferkrankungen, Leberzirrhose und Lungenkrebs, überproportional häufig betroffen. Auch begehen Männer mit einer viel höheren Wahrscheinlichkeit Selbstmord als Frauen und sind zudem mehrheitlich Opfer des Straßenverkehrs und von schweren Arbeitsunfällen, die zu bleibenden Schäden führen.

„Alle Forderungen einer geschlechtsspezifischen Medizin müssen selbstverständlich auch für Männer gelten“, betont Eisenmenger. So dürfe es nicht nur einen Aktionsplan für Frauengesundheit geben, sondern auch einer für Männergesundheit, mit einem entsprechenden jährlichen Bericht über ihre Entwicklung. Schließlich soll auch Männern einen ihrer Vorstellungswelt entsprechender Zugang zum Gesundheitswesen ermöglicht werden, argumentiert Eisenmenger.

Von Anschober eingestellt

Auch die von Berchtold ins Leben gerufene Planung für die Schaffung einer österreichischen Männergesundheitsstrategie wurde von Minister Anschober eingestellt, wie die schriftliche Anfragebeantwortung durch den Minister im Budgetausschuss des Nationalrats klar machte. „Wieder ein Zeichen einer krassen Benachteiligung und mangelnden Wertschätzung von Österreichs Männern“, macht Eisenmenger seinem Ärger Luft.

„Frauen und Männern muss dieselbe Chance nicht nur im Beruf, sondern auch im Bereich der Gesundheit gegeben werden, nur so kann Gleichberechtigung gelebt werden“, fordert Eisenmenger. „Die gesundheitliche Benachteiligung des Mannes muss beendet werden, es muss die Forschung für Männergesundheit verstärkt werden und die Problematik der Männergesundheit der Öffentlichkeit bewusst gemacht werden. Ein wichtiger erster Schritt wäre die Fortsetzung der Männergesundheitsstrategie zur Schaffung eines Aktionsplans Männergesundheit“, fordert Eisenmenger.

Weitere Informationen unter www.mann-und-gesundheit.at