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operklosterneuburg: Der göttliche Funke auf der Opernbühne im Stiftshof

Live-Daten der Sonnenaktivität vom Institut für Weltraumforschung Graz fließen in Echtzeit in die Inszenierung von „Samson und Dalila“ ein – ein weltweit einzigartiges Experiment im Kaiserhof des Stiftes Klosterneuburg.

Wenn bei der operklosterneuburg 2026 im Kaiserhof des Stiftes Klosterneuburg der Vorhang für Camille Saint-Saëns‘ „Samson und Dalila“ fällt, begegnen einander zwei Ebenen, die auf den ersten Blick kaum miteinander zu tun haben: die uralte biblische Erzählung und hochmoderne Weltraumforschung. Dass die Sonne seit Bestehen der Menschheit bis heute als Lebensspender fasziniert hat, spiegelt sich auch darin wider, dass der von den Vereinten Nationen initiierte Tag der Sonne am 4. Mai sie als Lebensquelle und Energiegeber ins kollektive Bewusstsein rücken möchte. Genau hier setzt eine der künstlerischen Leitideen der Produktion an: In der Verbindung von Mythos und Wissenschaft entsteht eine neue Dimension des Musiktheaters, die das Unsichtbare sichtbar macht und dem Begriff des „Göttlichen“ eine faszinierend zeitgenössische Gestalt verleiht.

Die Sonne als zusätzliche Protagonistin auf der Bühne

Im Zentrum der Idee steht ein außergewöhnliches künstlerisch-technisches Experiment: Live-Daten der Sonnenaktivität, bereitgestellt vom Institut für Weltraumforschung (IWF) in Graz, werden während der gesamten Aufführung in Echtzeit auf die Bühne übertragen. Diese Daten – Pulsationen, Eruptionen, energetische Schwankungen unserer Sonne – werden durch den Lichtdesigner der Produktion, Lukas Siman, über einen eigens entwickelten Algorithmus in die Steuerung des Bühnenlichtes eingespeist und in visuelle Impulse übersetzt. Sie sind kein spektakulärer Selbstzweck, sondern eine zweite Erzählebene: ein „atmender“, kosmischer Kommentar zur Handlung.

Schicksal, Glaube, Kosmos

Regisseur Mario Pavle del Monaco versteht die Sonne dabei nicht als naturwissenschaftliches Objekt allein, sondern als Symbol für eine überirdische Kraft, die seit jeher das menschliche Denken und Glauben prägt. In „Samson und Dalila“ ist diese Kraft zentral: Samsons übermenschliche Stärke kommt aus einer Quelle jenseits alles Irdischen – und gerade im Moment der tiefsten Erniedrigung, geblendet und seiner Haare beraubt, kehrt seine Stärke zurück. Es ist ein Akt der Gnade, ein Eingreifen „von oben“, das sich rational nicht erklären lässt – und genau hier setzt del Monacos Inszenierungsidee an.

Regisseur Mario Pavle del Monaco © Miloš Lužanin
Regisseur Mario Pavle del Monaco © Miloš Lužanin

Wissenschaft trifft Kunst – „Der Atem Gottes“ in Echtzeit

Wenn sich die Intensität der live übertragenen solaren Daten verändert, reagiert das Licht der Bühne: organisch, beinahe wie der Atem Gottes. Die Effekte reichen von feinen Helligkeitsmodulationen bis hin zu strukturellen Veränderungen im Lichtdesign – stets in Korrespondenz mit dem Bühnengeschehen, nie dominierend, als zusätzliche emotionale Dimension. Wenn Samson am Ende seines Weges ein letztes Mal seine Kraft mobilisiert und im heroischen Akt den Tempel zum Einsturz bringt, verdichten sich – so Gott und Sonne wollen – vielleicht auch die Lichtimpulse zu einem finalen, energetischen Höhepunkt. Es ist, als ob sich das Universum selbst in diesen Moment einschreibt.

Diese Inszenierung versucht damit deutlich zu machen, dass die großen Fragen der Menschheit – nach Schicksal, Glaube und der Herkunft unserer Kräfte – nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Indem sie die Sprache der Wissenschaft mit der Kraft der Kunst verbindet, eröffnet die operklosterneuburg bei „Samson und Dalila“ einen neuen Zugang zu einem alten Mythos: Der göttliche Funke wird nicht nur erzählt, sondern erlebbar gemacht – als ein Zusammenspiel von Mensch, Natur und Kosmos.

Karten & Spieltermine 2026

Premiere: 4. Juli 2026, 20:00 Uhr

Weitere Vorstellungen: 7. (Rotary), 9., 11., 14., 17., 21., 23., 25., 28. Juli sowie 1. August 2026, jeweils 20:00 Uhr

„Samson und Dalila“ für Kinder & Familie: 19. Juli 2026, 18:00 Uhr

Tickets für „Samson und Dalila“ erhältlich unter:
Online: shop.eventjet.at/klosterneuburg
E-Mail: karten@operklosterneuburg.at
Telefon: 02243 444 – 424

Details zu den Aufführungen sowie zum Ensemble finden Interessierte unter: www.operklosterneuburg.at