Weltblutkrebstag am 28. Mai: Österreich erreicht 4-Prozent-Marke bei Typisierungen – weitere Typisierungen dringend notwendig

Historischer Meilenstein für „Geben für Leben“: Erstmals sind 4 Prozent der österreichischen Bevölkerung als Stammzellspender:innen registriert – für rund 10 Prozent der Betroffenen wird jedoch keine lebensrettende Stammzellspende gefunden.
Anlässlich des internationalen Weltblutkrebstages am 28. Mai feiert der Verein „Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich“ einen bedeutenden Meilenstein: Erstmals in der Geschichte Österreichs sind rund 4 Prozent der Gesamtbevölkerung als potenzielle Stammzellspender:innen typisiert und registriert. Dieser Erfolg gibt Hoffnung – und zeigt gleichzeitig, wie viel noch zu tun bleibt: Für rund 10 Prozent der jährlich rund 400 Patientinnen und Patienten in Österreich, für die nach potenziell lebensrettenden Stammzellen gesucht wird, können noch immer keine passenden Stammzellspender:innen gefunden werden. Der Verein ruft daher alle gesunden Österreicherinnen und Österreicher zwischen 16 und 45 Jahren auf, sich mittels eines einfachen Wangenabstrichs typisieren zu lassen.
4 Prozent Typisierungsrate – ein Meilenstein mit Signalwirkung
Die Typisierungsrate in Österreich ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen – von 3,2 Prozent (2024) auf 3,6 Prozent (2025) und nun auf 4 Prozent. „Dass wir heute die 4-Prozent-Marke erreicht haben, ist das Ergebnis von unzähligen engagierten Menschen, die sich haben typisieren lassen, von hunderten Typisierungsaktionen in ganz Österreich und von Jahren unermüdlicher Aufklärungsarbeit. Das erfüllt uns mit großer Dankbarkeit und motiviert uns, weiterzumachen“, sagt Susanne Marosch, Obfrau von Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich.
Im internationalen Vergleich zeigt sich, wie viel Potenzial noch besteht: In Deutschland sind bereits rund 12 Prozent der Gesamtbevölkerung als potenzielle Stammzellspender:innen registriert. Österreich hat mit der erreichten 4-Prozent-Marke einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht, der Weg zu einer ähnlich breiten Spenderbasis ist aber noch weit.
400 Patient:innen pro Jahr brauchen Stammzellspenden – jede Typisierung kann Leben retten
In Österreich wird jährlich für rund 400 an Blutkrebs erkrankte Patientinnen und Patienten eine Stammzellspenderin oder ein Stammzellspender gesucht. Rund 200 Transplantationen werden pro Jahr mit Fremdspenderinnen und Fremdspendern – also Personen außerhalb der eigenen Familie – durchgeführt. Für etwa 10 Prozent der Betroffenen kann trotz weltweiter Suche in über 42 Millionen registrierten Spenderinnen und Spendern kein passendes Match gefunden werden.
„In Österreich erkrankt alle 9 Stunden ein Mensch an Leukämie. Für einen Teil der Betroffenen ist eine Stammzelltransplantation die einzige Chance auf ein Überleben. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Menschen genetisch kompatibel sind und somit eine Stammzellspende möglich ist, liegt bei 1:500.000. Das bedeutet: Jede einzelne Typisierung kann den entscheidenden Unterschied machen“, betont Marosch.
In 90 Prozent der Fälle über die Blutbahn: So funktioniert die Stammzellspende
„Aus medizinischer Sicht ist die steigende Typisierungsrate in Österreich ein bedeutsamer Fortschritt – denn je größer die Spenderdatei, desto höher die Wahrscheinlichkeit, für betroffene Patient:innen genetisch kompatible Spender:innen zu finden. Die Stammzellspende erfolgt heute in rund 90 Prozent der Fälle über die Blutbahn, ähnlich einer Plasmaspende, und ist für Spenderinnen und Spender mit geringem Aufwand verbunden. Eine Typisierung ist ein kleiner Schritt mit potenziell großer Wirkung“, erklärt Antonia Müller, Professorin für Zelltherapie und Transfusionsmedizin an der MedUni Wien und Beirätin von Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich.
Typisierung: einfach, kostenlos, lebensrettend
Für eine Typisierung geeignet sind alle gesunden Menschen zwischen 16 und 45 Jahren ohne schwerwiegende oder chronische Erkrankungen. Die Typisierung erfolgt durch einen einfachen Wangenabstrich mit einem Wattestäbchen. Relevante genetische Merkmale werden pseudonymisiert in einem weltweiten Stammzellregister gespeichert, auf das ausschließlich autorisierte Suchzentren Zugriff haben.
Typisierungssets können kostenlos unter www.gebenfuerleben.at angefordert werden. Mit einem vorfrankierten Rücksendekuvert kann der Abstrich bequem zu Hause durchgeführt und zurückgesendet werden. Alternativ kann man an einer der zahlreichen österreichweiten Typisierungsaktionen teilnehmen.
Die Kosten für die Typisierungen sowie die dazugehörigen Laboranalysen werden zur Gänze durch Spendengelder finanziert. Wer die Arbeit von „Geben für Leben“ unterstützen möchte, kann dies auch mit einer Geldspende tun. Jeder Beitrag hilft, weitere Typisierungsaktionen zu ermöglichen und damit die Chancen für Betroffene zu verbessern.
Anforderung des kostenlosen Typisierungssets, Informationen zur Stammzellspende sowie weitere Möglichkeiten der Unterstützung von „Geben für Leben“ und von Leukämie Betroffenen unter: www.gebenfuerleben.at
