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Kolikrisiko im Sommer: Warum Pferde bei Hitze mehr Salz brauchen

Die aktuell extreme Hitze fordert bei Pferden nicht nur den Kreislauf, sondern auch die Verdauung heraus. Steigt die Temperatur, steigt auch das Risiko für Verdauungsstörungen und Verstopfungskoliken. Der Grund liegt oft nicht im fehlenden Wasserangebot, sondern in einem Zusammenspiel aus Salzmangel, Hitze und verändertem Trinkverhalten.

Pferde regulieren ihre Körpertemperatur zu einem wesentlichen Teil über das Schwitzen. Bei Hitze und körperlicher Belastung können sie dabei große Mengen an Flüssigkeit verlieren – und mit ihr nicht nur Wasser, sondern auch Natrium, Chlorid, Kalium und weitere Elektrolyte. Wie gut ein Pferd diesen Verlust ausgleichen kann, hängt dabei nicht nur von der Wassermenge ab, die zur Verfügung steht.

Warum Salz über den Durst entscheidet

Diese Erfahrung kennt auch Daniela Vadehra aus eigener Praxis: Die Gründerin des österreichischen Familienunternehmens Calapo ist nicht nur Futterexpertin, sondern auch selbst aktive Distanzreiterin. Sie weiß aus dem eigenen Training und Wettkampfalltag, wie schnell Pferde bei langen Belastungen und Hitze an ihre Grenzen kommen. „Viele unterschätzen, wie eng Wasseraufnahme und Salzversorgung zusammenhängen“, sagt Vadehra. „Natrium steuert das Durstverhalten – fehlt es, trinkt ein Pferd oft zu wenig, selbst wenn genug Wasser bereitsteht.“

Daniela Vadehra © Nora Köck
Daniela Vadehra © Nora Köck

Natrium ist für Pferde ein wichtiges Elektrolyt, weil es genau dieses Durstverhalten steuert. Da das Grundfutter Heu von Natur aus wenig Natrium enthält, sind viele Pferde bereits leicht unterversorgt – mit der Folge, dass sie insgesamt zu wenig trinken. „Entgegen einer weitverbreiteten Annahme decken Pferde ihren Salzbedarf über einen Leckstein nicht zuverlässig selbst – Salz sollte deshalb täglich bedarfsgerecht über das Futter angeboten werden“, erklärt Daniela Vadehra. 

Flüssigkeitsmangel belastet den Darm

Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist nicht nur für den Kreislauf, sondern auch für eine funktionierende Verdauung notwendig. Trinkt ein Pferd zu wenig, wird der Darminhalt trockener, und die natürliche Darmpassage kann beeinträchtigt werden. Dehydrierung und eingetrockneter Darminhalt erhöhen dadurch das Risiko für Verdauungsstörungen und Verstopfungskoliken.

Solche Koliken entstehen selten plötzlich, sondern bahnen sich bereits im Vorfeld an: durch zu geringe Wasseraufnahme, unzureichende Salzversorgung, Hitze und Veränderungen der Futteraufnahme. Sichtbar wird das Problem oft erst, wenn das Pferd deutliche Koliksymptome zeigt.

Der Darm als mikrobielles System

Als Fütterungsexpertin, die sich auf natürliche Ergänzungsfuttermittel und Darmgesundheit bei Tieren spezialisiert hat, ordnet Daniela Vadehra diesen Zusammenhang fachlich ein: „Der Darm steht in engem Zusammenhang mit Flüssigkeitshaushalt, Stoffwechsel, Immunsystem und allgemeiner Belastbarkeit. Ein stabiler Darm verhindert keine Überhitzung, unterstützt den Organismus aber dabei, solche Belastungsphasen besser zu bewältigen. Der Darm mitsamt dem Inhalt dient dem Pferd auch als Flüssigkeitsspeicher.“

Ein großer Teil der Energie, die ein Pferd gewinnt, stammt aus der mikrobiellen Fermentation von Pflanzenfasern im Blind- und Dickdarm. Dieses mikrobielle System reagiert empfindlich auf Stress, Flüssigkeitsmangel und abrupte Futterwechsel – Faktoren, die während einer Hitzewelle gleich mehrfach zusammenkommen können.

Daniela Vadehra © Nora Köck
Daniela Vadehra © Nora Köck

Bausteine für eine stabile Fütterung

Neben hochwertigen Zusatzfuttermitteln wie Mineralfutter oder Elektrolytprodukten bietet Calapo auch fermentierte Pflanzensäfte an, die als Bestandteil der täglichen Fütterung das Darmmilieu und die Verdauung begleiten können. Dabei sondern Mikroorganismen aus den verwendeten Pflanzen nützliche Substanzen wie Vitamine, organische Säuren, Enzyme und Aminosäuren ab – die natürlichen Zutaten werden dadurch bereits in ihre Inhaltsstoffe aufgeschlossen.

„Man kann sich das wie einen Vorverdauungsprozess vorstellen: Die Inhaltsstoffe liegen bereits in einer Form vor, die sich in die natürlichen Abläufe des Organismus einfügt“, so Vadehra. Fermentierte Ergänzungen ersetzen dabei keine Salz- und Elektrolytversorgung und schützen nicht direkt vor Überhitzung, aber sie sind ein Baustein für eine stabile, gut verträgliche tägliche Fütterungsroutine.

Was im Alltag den Unterschied macht

Entscheidend ist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: hygienisch einwandfreies Heu, sauberes Wasser in ausreichender Menge, eine tägliche Salzversorgung und bei stärkerem Schweißverlust gezielt zugeführte Elektrolyte. Auch der Tagesablauf spielt eine Rolle – Training und Transporte lassen sich in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen, und nach Belastung sollten Pferde sorgfältig heruntergekühlt werden und ausreichend Gelegenheit zum Trinken erhalten. Befeuchtetes Raufutter kann helfen, die tägliche Wassermenge zu erhöhen.

„Wer erst reagiert, wenn ein Pferd deutliche Kreislauf- oder Verdauungsprobleme zeigt, reagiert häufig zu spät. Dann muss der Tierarzt sofort informiert werden“, sagt Daniela Vadehra. Ein angepasstes Management aus ausreichendem Trinken und bedarfsgerechter Salz- und Elektrolytversorgung könne das Risiko in vielen Fällen deutlich reduzieren. Bei Unsicherheiten zur individuellen Fütterung bietet Calapo dazu auch eine kostenlose Futterberatung an.