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Embracing Technology: Österreichische Schulen zeigten, wie die Zukunft des Lernens aussieht

KI-Führerschein, Virtual Reality, 3D-Makerspace: 17 Schulen aus ganz Österreich haben 2 Jahre lang innovative Technologien im Unterricht erprobt und ein Wissensfundament für die österreichische Bildungslandschaft geschaffen

Mit dem Ende des Schuljahres 2025/26 zieht das mehrjährige Schwerpunktprogramm „Embracing Technology“ der Innovationsstiftung für Bildung (ISB) Bilanz. 17 innovationsfreudige Schulen aus ganz Österreich haben im Rahmen des Programms neue Technologien systematisch in ihren Unterricht integriert, ihre Erfahrungen in einem gemeinsamen Netzwerk geteilt und damit ein wertvolles Wissensfundament für die österreichische Bildungslandschaft geschaffen.

Schulen als Innovationslabore: Neue Technologien führen zu besserem Lernen

Begleitet vom Future Learning Lab Wien testeten die Schulen systematisch, welche Technologien tatsächlich pädagogischen Mehrwert bringen. Dieser offene, ergebnisorientierte Ansatz war von Beginn an programmatisch: Nicht möglichst viel Technik einsetzen, sondern gemeinsam herausfinden, was Lernen wirklich unterstützt. Die dabei entstandenen Erkenntnisse wurden laufend über eine gemeinsame Plattform mit allen Partnerschulen geteilt.
„Embracing Technology zeigt: Wenn Schulen den Mut haben, Neues auszuprobieren und ihre Erfahrungen offen zu teilen, entsteht eine Innovationskraft, die das gesamte Bildungssystem voranbringt“, sagt Jakob Calice, Vorstand der Innovationsstiftung für Bildung.

Jakob Calice © OeAD - Harald Klemm
Jakob Calice © OeAD - Harald Klemm

Beispiele aus der erfolgreichen Praxis: KI-Führerschein, immersives Lernen und technologieunterstütztes Handwerk

An der HAK Steyr ist Künstliche Intelligenz längst kein Schlagwort mehr, sondern Unterrichtsrealität. Die Schule entwickelte im Rahmen von „Embracing Technology“ einen eigenen KI-Führerschein, der ab der ersten Klasse flächendeckend eingeführt wird. Module zu KI-Grundlagen, Prompting, konkreten Anwendungstools und KI-Ethik vermitteln Schüler:innen technisches Know-how und digitale Mündigkeit. Das Curriculum orientiert sich am EU AI Act mit dem Ziel, dass Absolvent:innen künftig ein anerkanntes Zertifikat für Studium und Beruf erwerben können.
Die Sportmittelschule Hartberg mit IT-Schwerpunkt erschloss in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut VR- und AR-Technologien didaktisch. Lehrkräfte erprobten VR-Hardware, entwickelten konkrete Unterrichtsszenarien und lernten, wie sie ihre Schüler:innen selbst zu Gestalter:innen digitaler 3D-Inhalte machen können. Das Ergebnis ist ein praxistaugliches Modell für immersives Lernen, das weit über technische Spielerei hinausgeht.

VR in der Sportmittelschule Hartberg © CC BY - Projektteam der SMS Hartberg mit IT Schwerpunkt
VR in der Sportmittelschule Hartberg © CC BY - Projektteam der SMS Hartberg mit IT Schwerpunkt

An der Mittelschule Weissenbach in Telfs entstand aus dem Programm ein lebendiges „Embracing Technology Lab“: ein fächerübergreifender Makerspace, in dem Schüler:innen mit Laser-Engraver, 3D-Drucker und Stickmaschine arbeiten. Als entscheidend erwies sich dabei die Kultur, die hinter der Anwendung innovativer Hardware liegt: Fehler und „Stolpersteine“ gelten als Lernressource, ehrliche Erfahrungsberichte werden im Schulnetzwerk geteilt und Lehrkräfte entwickeln selbst neue Leidenschaften.

KI ist kein Ersatz für gute Pädagogik, sondern ihr Verstärker

Im Rahmen des Programms Embracing Technology reisten mehrere Lehrkräfte zur BETT in London, einer der weltweit größten Fachmessen für Bildungstechnologie. Der Blick auf internationale Entwicklungen – von adaptiven KI-Lernplattformen bis zu neuen Modellen des immersiven Lernens – floss direkt in die Schulpraxis zurück. Eine Erkenntnis blieb dabei besonders hängen: KI ist kein Ersatz für gute Pädagogik, sondern ihr Verstärker. Mit ihrer Hilfe werden innovationsfreudige Lehrkräfte zu Lernarchitekt:innen der Zukunft.

Erkenntnisse werden für gesamte österreichische Bildungslandschaft zugänglich gemacht

Die gesammelten Erkenntnisse aus zwei Jahren Schulpraxis werden von Dr. Elke Höfler, Ass.-Prof. für Medien- und Sprachendidaktik an der Universität Graz, wissenschaftlich evaluiert und anschließend durch die ISB für die gesamte österreichische Bildungslandschaft in Form eines Handlungsimpulses zugänglich gemacht. „Embracing Technology“ steht damit exemplarisch für das Selbstverständnis der Innovationsstiftung für Bildung: Bildungsinnovation nicht von oben verordnen, sondern von innen wachsen lassen und dann systematisch in die Breite tragen.

Mehr Informationen unter: www.innovationsstiftung-bildung.at