Weltkinderkrebstag am 15.2.2026: Leukämie ist häufigste Krebserkrankung bei Kindern in Österreich

76 Kinder erkranken jährlich in Österreich an Blutkrebs – Für jedes dritte mit akuter myeloischer Leukämie ist eine Stammzellspende die einzige Rettung
Anlässlich des internationalen Weltkinderkrebstags am 15. Februar informiert „Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich“ über die aktuelle Situation bei Kinderleukämie in Österreich. Durchschnittlich 76 Kinder und Jugendliche erkranken jährlich an dieser häufigsten Krebserkrankung im Kindesalter. Während die Heilungschancen in den vergangenen Jahrzehnten dank medizinischem Fortschritt erheblich gestiegen sind, benötigt etwa jedes dritte Kind mit akuter myeloischer Leukämie zwingend eine Stammzelltransplantation. Ohne passenden Spender gibt es für diese Patienten keine Heilung.
Leukämie bei Kindern: Zwei Formen mit unterschiedlichen Prognosen
Leukämie macht 32 Prozent aller Krebserkrankungen bei Kindern unter 14 Jahren aus. „Die beiden Hauptformen unterscheiden sich erheblich in Verlauf und Behandlung“, erklärt Antonia Müller, Professorin für Zelltherapie und Transfusionsmedizin an der Meduni Wien und Beirätin von Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich. „Die akute lymphatische Leukämie, die häufigste Form, weist in Österreich eine Fünf-Jahres-Überlebensrate von
95 % auf. Die akute myeloische Leukämie, aggressiver und schwieriger zu behandeln, erreicht eine Überlebensrate von 75 %.“
Der entscheidende Unterschied liegt in der Therapie: Während die meisten Kinder mit lymphatischer Leukämie durch eine Chemotherapie geheilt werden können, benötigen etwa 30 Prozent der Kinder mit myeloischer Leukämie zwingend eine Stammzelltransplantation. „Bei aggressiven Formen bleiben ohne Behandlung oft nur wenige Wochen bis Monate. Hier reicht eine alleinige Chemotherapie meist nicht aus, sondern nur eine Stammzelltransplantation kann die Krankheit komplett beseitigen, deren Rückfall verhindern und somit die einzige Chance auf ein Überleben bieten“, so Müller.
Wenn Geschwister nicht passen: Die weltweite Spendersuche beginnt
Die Behandlung von Kinderleukämie dauert in der Regel etwa zwei Jahre, mit einer intensiven Therapiephase von rund sechs Monaten und einer anschließenden Dauertherapie von eineinhalb Jahren. Sobald feststeht, dass eine Stammzelltransplantation notwendig ist, werden zunächst Familienangehörige – in erster Linie Geschwister – als potenzielle Spender getestet.
Bei ca. 25 % wird in der Familie ein passender Spender gefunden. Bei allen anderen beginnt die weltweite Suche nach einem genetischen Zwilling. Die Chance, in der weltweiten Spenderdatenbank einen passenden Spender zu finden, liegt für Kinder in Österreich aktuell bei 90 %.
Jede neue Typisierung kann ein Leben retten
„Jedes Kind, das stirbt, weil kein passender Stammzellspender gefunden werden kann, ist eines zu viel”, betont Susanne Marosch, Obfrau von Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich. Um die Überlebensrate von Leukämiepatienten weiter zu erhöhen, ist ein kontinuierlicher Ausbau der Spenderdatenbank notwendig. Statistisch führt jede 300. von Geben für Leben durchgeführte Typisierung zu einer tatsächlichen Lebensrettung. Seit der Gründung 1999 konnten durch die Arbeit der Organisation über 800 Stammzellspender für Leukämiepatienten gefunden werden.
Einfacher Wangenabstrich reicht – Typisierungssets werden kostenlos zugeschickt
Die Registrierung als potenzieller Stammzellspender ist unkompliziert und dauert nur wenige Minuten. Interessierte können sich online unter www.gebenfuerleben.at anmelden und erhalten anschließend ein Typisierungs-Set nach Hause zugeschickt. Ein einfacher Wangenabstrich genügt, um die für eine Stammzellspende relevanten genetischen Merkmale zu bestimmen. Nach Rücksendung werden die Daten im Labor analysiert und in nationalen sowie internationalen Spenderdatenbanken registriert.
Typisieren lassen können sich gesunde Personen zwischen 16 und 45 Jahren. Im Falle eines Matches wird der Spender kontaktiert und umfassend informiert. „Die Stammzellspende erfolgt heute in rund 80 Prozent der Fälle über die Blutbahn – ähnlich einer Plasmaspende – und ist risikoarm“, sagt Prof. Müller.
Anforderung des kostenlosen Typisierungssets, Informationen zur Stammzellspende sowie weitere Möglichkeiten der Unterstützung von „Geben für Leben” und von Leukämie Betroffenen unter: www.gebenfuerleben.at
